Odoku ist ein abstraktes Spiel mit einfachen Regeln für zwei Spieler, erfunden von Ingo Althöfer im Juli 2011. Die beiden Spieler heissen B (wie Balancierer) und A (wie Anti-Balancierer). Der zweite Teil im Namen O-doku weist auf eine gewisse Ähnlichkeit zum Solitärspiel Sudoku hin.
Das Spielbrett ist quadratisch mit 5 x 5 Feldern.
Wie im Diagramm zu sehen, ist es in fünf Gruppen aufgeteilt:
ein zentrales Kreuz und vier äussere Gruppen (Nord-Ost, Süd-Ost,
Süd-West, Nord-West). Es gibt, in Analogie zu Sudoku, fünf und
fünf weitere Gruppen: eine für jede Zeile, und eine
für jede Spalte. Insgesamt sind das also 15 Gruppen.
Es gibt Spielsteine in zwei Farben: etwa 25 weisse und 25
blaue Figuren. Eine Partie besteht aus 25 Zügen. Am Anfang
ist das Brett leer. In jedem Zug wird ein Feld besetzt.
A und B ziehen in zufälliger Reihenfolge. Vor jedem Zug entscheidet ein Münzwurf darüber, wer diesen Zug ausführt. Der ziehende Spieler setzt wahlweise einen weissen oder einen blauen Stein auf ein freies Feld des Spielbretts.
Wenn alle 25 Felder belegt sind (das ist nach 25 Zügen der Fall), wird für jede Gruppe bestimmt, ob sie balanciert oder unbalanciert ist. Eine Gruppe ist balanciert wenn sie entweder zwei oder drei blaue Steine enthält (und entsprechend drei oder zwei weisse Steine). Ist das Blau-Weiss-Verhältnis in einer Gruppe 5-0 oder 4-1 oder 1-4 oder 0-5, so ist diese Gruppe unbalanciert.
Spieler B, der Balancierer, will die Anzahl der balancierten Gruppen in der Schluss-Stellung maximieren. Sein Gegner A hat genau die gegenteilige Absicht.
Hier ist eine Musterpartie. Koordinaten sind wie im Diagramm oben.
In der Notation sind weisse Steine durch ein "O" dargestellt, und
blaue Steine als "X".
Stellung nach 1. Anti Ob4
2. Balancierer Xb3
3. Balancierer Xd4
4. Anti Xd3
Nach 4. Anti Xd3
5. Balancierer Oc3
6. Anti Xd5
7. Balancierer Od2
8. Anti Xd1
Nach 8. Anti Xd1
Damit steht Spalte d als unbalanciert fest.
9. Anti Xe5 Od2
10. Balancierer Oe4
Nach 10. Balancierer Oe4
Nach 11. Anti Xc5
Nun ist die Nord-Ost-Ecke unbalanciert.
Nach 12. Anti Xa5
Jetzt ist Zeile 5 sicher unbalanciert, obwohl sie noch nicht komplett gefüllt ist.
13. Balancierer Ob5
Nach 14. Balancierer Xb2
Jetzt ist Spalte b sicher balanciert, obwohl sie noch nicht komplett
gefüllt ist.
Nach 15. Balancierer Oa3
Damit ist Zeile 3 sicher balanciert.
Nach 16. Anti Oa4
Jetzt ist die Nord-West-Ecke unbalanciert.
Nach 17. Anti Oc4
Dadurch ist Zeile 4 unbalanciert und das zentrale Kreuz balanciert.
18. Balancierer Ob1
Nach 19. Balancierer Xa2
Dadurch ist Spalte a sicher balanciert.
Nach 20. Balancierer Oa1
Jetzt ist die Süd-West-Ecke balanciert.
Nach 21. Balancierer Xc1
Das balanciert Zeile 1 und Spalte c.
Nach 22. Anti Xe2
Nach 23. Anti Xe1
Keine "neuen" Gruppen wurden durch die Züge 22 und 23 entschieden.
Nach 24. Anti Xe3
Durch diesen Zug werden Spalte e und die Süd-Ost-Ecke unbalanciert.
Jetzt sind alle 15 Gruppen entschieden. Der noch folgende Schlusszug ist
bedeutungslos.
Endposition nach 25. Balancierer Oc2
Die Auszählung am Partieende macht man am besten in zwei
Schritten. Zunächst wertet man die Zeilen und Spalten aus.
Für jede balancierte Gruppe in dieser Menge legt man eine
Marke (hier im Beispiel einen blauen Stein) an den entsprechenden
Rand des Spielbretts. Unbalancierte Gruppen werden nicht markiert.
Drei Zeilen und drei Spalten sind balanciert.
Jetzt werden das zentrale Kreuz und die vier Eckgruppen ausgewertet.
Dazu entfernt man einfach alle Steine und markiert jede der balancierten
Gruppen durch eine einzelne blauee Figur.
Zwei weitere Gruppen sind balanciert, insgesamt ist das Ergebnis
also 8. Für den Anti-Balancierer ist das ein sehr gutes Ergebnis,
da er nur 12 Züge machen durfte.